Schwanenquartier Lichtenstein Landschaftsarchitekten

Hochbaulicher Realisierungswettbewerb mit landschaftsplanerischem Anteil

2. Platz
gemeinsam mit Limbrock Tubbesing Architekten

Auslober: Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche: 4.000 m²
Verfahrensart: Wettbewerb
Kategorie: Arbeiten, Öffentliche Einrichtungen

 

Unser Entwurfsvorschlag für das Schwanenquartier Hamburg sieht eine ortsgebundene, funktionale Lösung der Aufgabenstellung vor, die ihre Gestaltungsprinzipien aus dem Kontext entwickelt.

Die Konzeption des eingeschossigen Holzgebäudes basiert auf einfachen, wiederholbaren Konstruktionen und dem Einsatz klimaneutraler, nachwachsender Rohstoffe. Gebäudeform und Materialität werden durch die landschaftliche Umgebung des Standorts und aus dem ländlichen Bauen entliehenen Referenztypologien bestimmt. Der Entwurf bildet die Ästhetik ruraler Architektur ab, deren zufällige Schönheit auf der historischen Entwicklung pragmatischer Lösungen beruht. Im Sinne dieser Methodik entwickelt, stellt der Entwurf eine sogleich einfache wie einzigartige Lösung der programmatischen Anforderungen dar und fügt sich behutsam in die sensible Umgebung ein.

Umweltaspekte sind dabei ein wesentlicher Bestandteil des Entwurfs und haben den Entwurfsprozess ganzheitlich, sowohl in Bezug auf die unmittelbaren Auswirkungen des Gebäudes auf den umliegenden Park, als auch hinsichtlich der durch Bauprozess und Gebäudenutzung entstehenden Emissionen bestimmt. Holzbau in Konstruktion und Fassade schafft eine positive CO2-Bilanz und verringert über einen hohen Vorfertigungsgrad zu-gleich die unmittelbare Belastung der Umgebung durch eine verkürzte Bauzeit. Wo der Einsatz erneuerbarer Rohstoffe nicht möglich ist, haben wir deren Masse über den konstruktiven Entwurf reduziert. Beispielsweise wird das Gebäude über den Boden gehoben und ruht auf Punktfundamenten, wodurch der für die Gründung erforderliche Einsatz von Beton auf ein Minimum reduziert werden kann.

Durch die genau überlegte Verortung des Gebäudes auf dem Grundstück wird zudem der Erhalt des Großteils der Bestandsbäume ermöglicht, was dem ökologisch nachhaltigen Verständnis der Architektur folgt.

Wir schlagen vor, den in Relation zum Lebenszyklus des Gebäudes stehenden C02-Abdruck und die laufenden Betriebskosten durch passives Design zu reduzieren. Die Abhängigkeit von künstlicher Beleuchtung, Heizung und Kühlung soll hierdurch minimiert werden. Alle regelmäßig genutzten Innenräume werden im Norden zu einem kompakten Gebäudevolumen zusammengefasst, so dass der Großteil des Gebäudes nicht beheizt werden muss.

Große, offenbare Fenster und Oberlichter maximieren den Einfall natürlichen Tageslichts und ermöglichen eine natürliche Be- und Entlüftung. Der Bedarf an zusätzlicher Heizung wird durch eine hoch wärmegedämmte Außenhülle reduziert.

Die Verteilung der Gebäudemassen auf dem Grundstück folgt den Anforderungen des Programms. Im Süden ist das Gebäude vom Weg zurückversetzt und bietet Platz zum Parken über eine neu geschaffene Grundstückszufahrt.

Vom Vorplatz aus können die Fahrzeuge direkt in die Halle einfahren, während der Haupteingang in den administrativen Gebäudeteil (nach Norden) zu Fuß erreichbar ist. Im Bereich des westlich verlaufenden öffentlichen Weges wird die Vegetationsstruktur in Anlehnung an die Ufervegetation verdichtet. Im Osten des Gebäudes befinden sich Tiergehege und Bootslager. Der vorhandene Steg bleibt in seiner derzeitigen Lage erhalten und bietet einen einfachen Zugang zum Wasser.

Ein leichtes Holzdach begleitet die Ostfassade der Halle auf ihrer gesamten Länge und schafft hier – vor Regen geschützt – externen Stau- und Arbeitsraum. Das Gebäude selbst dient hier als physische Barriere und trennt den tierbezogenen Arbeitsbereich im Westen von Zufahrt und Erschließung im Osten. Alle Lagerräume sind von beiden Seiten des Gebäudes von außen aus zugänglich.

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